Viel Wind um Methan: Hochschule Flensburg untersucht eine Power-2-Gas Technologie

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Redakteur

(CIS-intern) – Methan statt Wasserstoff: Wissenschaftler*innen der Hochschule Flensburg haben sich mit einer Möglichkeit beschäftigt, überschüssigen Strom aus Windenergieanlagen nutzbar zu machen.    

Das Problem ist bekannt: Weil Wind und Wetter nicht immer zum gerade herrschenden Energiebedarf passen, stehen Windkraftanlagen still – oder produzieren Strom, der nicht genutzt werden kann. Wissenschaftler*innen der Hochschule Flensburg haben nun in einem Projekt mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (b-tu) und dem regionalen Energiebetrieb der Nissen Biogas GmbH aus Nordhackstedt die Möglichkeit untersucht, den überschüssigen Strom in einen anderen Energieträger umzuwandeln – in Methan. 

„Viele Unternehmen aus der Region suchen nach Möglichkeiten, ihre Windenergieanlagen auch nach dem Auslaufen der EEG-Förderung weiter zu betreiben und den ungenutzten Strom sinnvoll zu nutzen“, erklärt Prof. Dr. Wiktoria Vith. Die Professorin für Wasserbehandlung und Membrantechnologie leitete zusammen mit Prof. Dr. Hinrich Uellendahl mehr als ein Jahr das Projekt mit dem etwas sperrigen Titel „Bedarfsgerechte Speicherung fluktuierender erneuerbarer (Wind-) Energie durch Integration der Biologischen Methanisierung im Rieselbettverfahren im Energieverbund in Schleswig-Holstein (WeMetBio)“.

Dahinter steckt letztlich die Idee, dass der aus überschüssigem Strom produzierte Wasserstoff zu Methan weiterverarbeitet wird. „Methan ist wesentlich leichter zu händeln als Wasserstoff“, erklärt Vith. Trotz der hohen Energiedichte müsse er sofort verwendet werden und bedarf einer komplexen Infrastruktur zur Speicherung. Anders Methan als Biogas, das vielerorts in Schleswig-Holstein produziert wird. Bringt man den aus dem überschüssigen Strom produzierten Wasserstoff mit dem Biogas, genauer gesagt mit dem nicht nutzbaren CO2 zusammen, entsteht mit Hilfe methanisierender Bakterien noch mehr Methan. „Methan lässt sich problemlos im Erdgasnetzt speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Strom oder Kraftstoff umwandeln“, sagt Vith.

Die b-tu hat dazu einen Rieselbettreaktor zur biologischen Methanisierung entwickelt, der in Zusammenspiel mit realen wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen einer regionalen Windkraftanlage an der Hochschule Flensburg simuliert wurde.

Was technisch funktioniert, trifft allerdings auf ökonomische und ökologischen Rahmenbedingungen, die diese Form der Sektorenkopplung noch unwirtschaftlich erscheinen lassen. Noch, hoffen zumindest Vith und ihre Kolleg*innen. Noch sei konventioneller Strom eben billiger, einen großen Kostenfaktor stelle die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe von Elektrolyse da. „Diese Technik wird aber in Zukunft günstiger werden“, ist sich Vith sicher. Letztlich sei aber der Erfolg dieser Methan-Herstellung durch nicht-technischen Faktoren beeinflusst. Durch Fördermöglichkeiten, durch Zertifikathandel von Treibhausgasen oder andere regulatorische Maßnahmen könnte sich diese Methode aber künftig rechnen. Schließlich soll die erneuerbare Windenergie im größeren Umfang als jetzt genutzt werden.

 

BU: Wissenschaftler*innen der Hochschule haben in einem Projekt mit der bt-u die Möglichkeit untersucht, überschüssigen Strom in Methan umzuwandeln.
Foto: Hochschule Flensburg

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