Hochschule Flensburg untersucht Partikelemissionen von Schiffen

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Redakteur
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(CIS-intern) – Schweröl, Diesel und synthetische Treibstoffe – Wissenschaftler*innen der Hochschule Flensburg erforschen, welche Einflüsse verschiedene Kraftstoffe für den Schiffsantrieb auf die Umwelt haben. So soll die Seefahrt umweltfreundlicher werden.

Es klingt erstmal nach einer neuen Dating-Show: ParShip. Doch hinter der Abkürzung verbirgt sich ein anspruchsvolles Forschungsprojekt. Wissenschaftler*innen der Hochschule Flensburg untersuchen Partikelemissionen bei der Verbrennung von Schiffskraftstoffen unterschiedlicher Qualität. „Außerdem wollen wir herausfinden, wie wir die Emissionen mittels Scrubbertechnologie reduzieren können“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Wiktoria Vith.

Vor dem Hintergrund weltweiter Bestrebungen für einen verbesserten Klimaschutz muss auch der maritime Sektor mehr schadstoffarme Emissionslösungen für Schiffsabgase etablieren. „Die Branche steht hier noch am Beginn. Der Handlungsbedarf, die Schifffahrt umweltfreundlicher zu machen, ist groß“, sagt Vith. Die Professorin für Wasserbehandlung und Membrantechnologie hat in den vergangenen Jahren zusammen mit ihren Kolleg*innen schon einige Forschungsaktivitäten in diesem Bereich vorangetrieben. Unter anderem hat sie eine deutschlandweit einmalige schiffsgetreue Anlage zur Reinigung der Abwässer, die bei der Abgasreinigung auf Schiffen entstehen, eingerichtet. Diese Scrubberanlage macht es möglich, den gesamten Prozess der Entstehung und Reduzierung maritimer Emissionen in Echtzeit zu überwachen und so Reduktionspotenziale aufzuzeigen – ohne auf ein fahrendes Schiff angewiesen zu sein. Die Anlage wird auch im von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) geförderten Projekt „ParShip“ eine Rolle spielen.

Mithilfe der Anlage wollen die Wissenschaftler*innen um Vith untersuchen, welche Mengen an Partikeln bei der Verbrennung verschiedener Kraftstoffe (Schweröl, Diesel, synthetische Kraftstoffe) in die Atmosphäre ausgestoßen werden und welche Umweltrelevanz die jeweiligen Partikel hinsichtlich ihrer Größe aufweisen. Bisherige Forschungen an der Hochschule Flensburg zeigten beispielsweise, dass auch beim Einsatz von Energieträgern, die alternativ zur Verbrennung von Schweröl eingesetzt werden, erhebliche Emissionen entstehen und vor allem küstennahe Regionen mit Feinpartikel belasten. „Diese Beobachtung zeigt den ausgemachten Forschungsbedarf hinsichtlich der verschiedenen Partikelemissionen unterschiedlicher Kraftstoffe“, so Vith, die dabei auch die Frage nach den gesetzlich geltenden Regelungen zur Einhaltung international vereinbarter Umwelt- und Klimaziele stellt. „Wir zielen mit unserem Vorhaben auch darauf ab, den Scrubbereinsatz zur Reduzierung von Partikelemissionen bei solchen Kraftstoffen zu bewerten, bei denen die Nutzung von gesetzlicher Seite bisher nicht gefordert ist.“

Für Wiktoria Vith ist ParShip ein weiterer Bestandteil maritimer Forschungsaktivitäten am Standort Flensburg, der das gesamte Land Schleswig-Holstein hinsichtlich des maritimen Umwelt- und Klimaschutzes stärkt.

BU: Das Projektteam: Prof. Dr. Wiktoria Vith (Mitte) mit Marlene Preuß, Jonas Unger und Dennis Fischer von der Firma Boll&Kirch (links). Foto: Gatermann

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