Der Studienabschluss Bachelor erfährt in jüngster Zeit heftige Kritik. Unternehmen bemängeln beispielsweise, dass Absolventen und Absolventinnen mit drei Jahren Studienzeit zu schlecht auf die Arbeitswelt vorbereitet würden, zu jung und zu unerfahren seien.
Der damit verbundenen Schuldzuweisung widersprechen jetzt Prof. Dr.-Ing. Holger Watter und Dr. jur. Fabian Geyer. Der Präsident der Fachhochschule Flensburg und der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg-Schleswig-Eckernförde betonen, dass der Bachelor an den Fachhochschulen ein anerkannter Qualitätsabschluss für die Industrie und den öffentlichen Dienst mit grundsätzlich guten Berufsaussichten sei.
Gleichwohl nehmen auch Fachhochschule und Arbeitgeberverband persönliche und fachliche Defizite bei vielen Studienanfängern wahr. „Dass bei der Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre Inhalte und Persönlichkeitsentwicklung verloren gehen können, ist unvermeidlich. Eine wesentliche Ursache liegt aber auch in parallelen gesellschaftlichen Entwicklungen, wodurch viel Orientierung verloren geht. Hochschulen können und sollen es nicht leisten, grundlegende Defizite in Fächern wie Mathe, Sprache, Rechtschreibung und in der Persönlichkeitsentwicklung zu kompensieren“, sagen Watter und Geyer unisono.
Um jedoch eine angemessene Berufsbefähigung bilden zu können, fordern beide Institutionen eine höhere Masterquote an den Fachhochschulen – und damit eine echte Chancengleichheit im internationalen Bildungswettbewerb. „Während bei den Universitäten der Master als Regelabschluss gilt und an den Fachhochschulen der Bachelor, dürfen die Fachhochschulen nur mit einer kleinen Quote auch zum Master ausbilden“, erklärt Watter. Obwohl alle Abschlüsse gleichwertig seien. Das sieht auch Fabian Geyer so und fordert endlich eine Gleichbehandlung: „Die Hochschulen müssen so mit Ressourcen ausgestattet werden, dass alle leistungsstarken und leistungsfähigen Studierenden einen Masterabschluss an Fachhochschulen erwerben können.“
PM: FH Flensburg