Corona: Bundeskonferenz (BUKO) der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten wird verschoben

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Redakteur

(CIS-intern) – “Gleichstellung digital” – so lautet der Titel der 26. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die eigentlich vom 6. bis 8. September in Flensburg stattfinden sollte. Mehr als 400 Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland sowie Gäste aus Politik und Gesellschaft hatten sich dazu angemeldet. Schon seit Monaten hat die Vorbereitungsgruppe mit Blick auf Corona gebangt, ob die Konferenz in Flensburg durchgeführt werden kann – jetzt mussten die Organisatorinnen die Reißleine ziehen. Die aktuelle Landesverordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus lässt derzeit keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen über 100 Personen zu.

Foto: von Gerd Altmann auf Pixabay

Flensburgs Gleichstellungsbeauftragte Verena Balve hatte die BUKO in den hohen Norden eingeladen und gemeinsam mit den Bundessprecherinnen noch bis Mitte Juni an der Ausrichtung der Konferenz festgehalten. Denn: “Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, über Gleichstellung zu sprechen. Die Corona-Krise wirkt wie eine Lupe. Die gesellschaftlichen Ungleichgewichte und gleichstellungspolitischen Problemlagen werden sichtbar und machen deutlich, wie wichtig eine wirksame Gleichstellungspolitik ist. Es sind vor allem Frauen, die in den systemrelevanten, aber schlecht bezahlten Care-Berufen arbeiten. Sie hielten die Gesellschaft während des Lockdowns am Laufen. Sie trugen die Hauptlast bei Homeschooling und Versorgung von Angehörigen. Hauptsächlich die Mütter mussten Job und Familie unter einen Hut bringen, als Schulen und Kitas geschlossen waren. Erste Studien zeigen, dass vor allem Frauen die Verliererinnen der Corona-Krise sind. Überholt geglaubte Rollenaufteilungen waren plötzlich wieder da. Das fordert die Gleichstellungsarbeit heraus.

Gerade deshalb hatte ich die Hoffnung, gemeinsam mit 400 Kolleginnen aus Deutschland hier in Flensburg starke Impulse für die Gleichberechtigung zu setzen.”

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Aufgrund der momentanen Bedingungen wird die Bundeskonferenz mit dem Schwerpunktthema “Gleichstellung digital” um ein Jahr verschoben und findet nun am 30./31. August 2021 in Flensburg statt.

Die Licht-, aber auch die Schattenseiten einer sich immer stärker digital ausrichtenden Welt sollen unter gleichstellungspolitischen Aspekten behandelt werden: Wie verändert sich die Arbeits- und Berufswelt durch die zunehmende Digitalisierung? Wie steht es um den Schutz der Persönlichkeitsrechte? Partizipieren Frauen und Männer unterschiedlich an einer sich immer stärker digital ausrichtenden Welt?

“Wir freuen uns sehr, dass die Bundeskonferenz zwar ein Jahr später, aber dennoch in Flensburg stattfinden wird”, sagt Brigitte Kowas von der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. “Für uns ist es besonders interessant, in einer Stadt zu tagen, die von einer Oberbürgermeisterin regiert wird. Das gibt es nicht oft in Deutschland. Bei unserem Vorbereitungstreffen in der wunderschönen Stadt Flensburg hatten wir Gelegenheit, mit Oberbürgermeisterin Simone Lange zu sprechen. Wir sind beeindruckt, wie groß das Engagement für die Gleichstellung ist und wie viel Flensburg schon erreicht hat. Davon kann so manche Stadt beispielhaft lernen”, so Brigitte Kowas.

Wann, wenn nicht jetzt!
“So der Titel des Aufrufs, den wir gemeinsam mit mehr als 20 bundesweiten Organisationen und Verbänden gestartet haben und der auch von der Flensburger Gleichstellungsbeauftragten Verena Balve unterstützt wird”, sagt Bundessprecherin Brigitte Kowas weiter. “Darin fordern wir zum Beispiel, dass systemrelevante Berufe in Pflege und Erziehung deutlich besser bezahlt werden müssen. Unsere Petition auf change.org hat inzwischen fast 8000 Unterzeichner*innen. Auch diese Kampagne wird Thema der BUKO im Sommer 2021 in Flensburg sein. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Flensburger*innen die viele Arbeit auf sich nehmen, die Konferenz praktisch ein zweites Mal in ihrer Stadt zu organisieren.”

Zitat Simone Lange:
“Gern hätte ich die Teilnehmerinnen der Bundeskonferenz bereits in diesem Jahr hier in unserem schönen Flensburg begrüßt. Schließlich ist Flensburg nicht nur geographisch, sondern auch auf der gleichstellungspolitischen Landkarte ganz oben. Ich bin deshalb besonders froh, dass die Bundesarbeitsgemeinschaft dies auch so sieht und an Flensburg als Austragungsort für die nächste BUKO festhält. Die vorgesehenen Themen verlieren ja nicht an Relevanz, so dass ich mich auf anregende Diskussionen im nächsten Jahr freue”, sagt Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange.

Hintergrund:
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) vertritt als Dachverband etwa 1900 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in ganz Deutschland. Die Bundeskonferenz (BUKO) findet alle 18 Monate in einer anderen Stadt statt. Jede BUKO hat ein Schwerpunktthema, greift aktuelle politische Entwicklungen auf und formuliert Forderungen an die Regierung. Auf der Bundeskonferenz werden die Bundessprecherinnen gewählt, die die Belange nach außen vertreten.

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