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Flensburger Tafel droht das Aus: Linkes Bündnis wirft Stadtverwaltung Versagen und soziale Kälte vor

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Redakteur
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Die Flensburger Tafel steht vor einer ungewissen Zukunft. In einer Mitteilungsvorlage für die Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am Montag erklärt die Stadtverwaltung, dass sie eine dauerhafte finanzielle Förderung der Tafel nicht für möglich hält. Auch bei der Suche nach dringend benötigten neuen Räumlichkeiten konnte die Verwaltung bislang keine Lösung präsentieren.

Damit droht einer Einrichtung das Aus, die seit Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag für Menschen mit sehr geringem Einkommen in Flensburg leistet. Für das Linke Bündnis ist klar: Das ist sozialpolitisch nicht hinnehmbar.
„Alle Fraktionen waren sich einig, dass die Flensburger Tafel erhalten werden muss. Auch der notwendige Umzug war bekannt. Deshalb gab es einen klaren politischen Auftrag an die Verwaltung, Lösungen zu entwickeln“, erklärt Ratsherr Jörg Pepmeyer. „Statt diesen Auftrag umzusetzen, präsentiert die Verwaltung nun Gründe, warum etwas angeblich nicht möglich sein soll.“

Besonders scharf kritisiert das Linke Bündnis die Argumentation der Verwaltung, eine dauerhafte Förderung der Tafel sei nicht angezeigt, weil der Eindruck entstehen könne, die Stadt halte die gesetzlichen Regelsätze selbst für unzureichend. In der Vorlage heißt es wörtlich: „Durch die zusätzliche, regelmäßige Förderung der Ausgabe von verbilligten Nahrungsmitteln und dergleichen würde die Stadt deutlich machen, dass sie selbst die Regelbedarfsstufen als nicht ausreichend ansieht.“
„Diese Begründung ist unglaublich zynisch und geht an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei“, so Pepmeyer. „Wer behauptet, die Sozialleistungen würden für eine angemessene und gesunde Ernährung ausreichen, sollte sich fragen, warum dann überhaupt so viele Menschen auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen sind.“

Das Linke Bündnis kritisiert außerdem, dass die Verwaltung selbst einen jährlichen Unterstützungsbedarf von lediglich rund 25.000 Euro für den dauerhaften Betrieb der Tafel nennt. „Es geht hier nicht um Millionenbeträge, wie beim Eckener Haus, sondern um eine überschaubare Summe, mit der eine wichtige soziale Infrastruktur gesichert werden kann“, erklärt Pepmeyer.

Auch Christiane Schmitz-Strempel, Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss, zeigt sich empört: „Für uns ist diese Entscheidung moralisch, politisch und sozial völlig inakzeptabel. Die Tafel ist keine freiwillige Wohlfühlleistung, sondern notwendige Unterstützung für Menschen, die sonst buchstäblich nicht wissen, wie sie über den Monat kommen sollen. Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt und eine dauerhafte Förderung kämpfen.“
Das Linke Bündnis will dazu auch einen konkreten Lösungsvorschlag einbringen: Die seit Monaten leerstehende Rathauskantine könnte nach Ansicht der Fraktion als neuer Standort dienen.

„Die notwendigen Räume sind vorhanden, eine große Küche gibt es ebenfalls. Und im Treppenhaus können alle warm und trocken Schlange stehen. Damit wäre auch im Rathaus die soziale Realität dieser Stadt direkt sichtbar“, erklärt Ratsfrau Gabi Ritter mit einem Augenzwinkern. Und sagt abschließend: „Vielleicht wäre das auch für manche Diskussion über Armut in Flensburg hilfreich.“