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Neues Forschungsprojekt an der Europa-Universität Flensburg


UNI Flensburg

Am Norbert Elias Center (NEC) der Europa-Universität Flensburg ist zum 1. März 2015 das Forschungsvorhaben „Gemeinwohl-Ökonomie im Vergleich unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien (GIVUN)“ gestartet. Das Projekt untersucht, welche sozialen und ökologischen Effekte es mit sich bringt, wenn Wirtschaftsakteure ihr Handeln stärker am Gemeinwohl orientieren. „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl“. – so steht es in der Bayerischen Verfassung. Die Realität zeigt vielerorts ein anderes Bild: Profitstreben und Verpflichtungen gegenüber den Anteilseignern dominieren unternehmerisches Handeln. Mitarbeitende, Zulieferbetriebe, Klima und Umwelt stehen dagegen häufig hintenan.

Die zivilgesellschaftliche Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) setzt sich seit 2010 für eine Alternative ein: Sie hat ein auf demokratischen Grundwerten fußendes Wirtschaftsmodell entwickelt, welches den größtmöglichen Beitrag zum Gemeinwohl zum Zweck des Wirtschaftens erhebt. Monetärer Gewinn wird zum reinen Mittel herabgestuft. Auf freiwilliger Basis bewerteten bislang über 1000 Unternehmen ihre Gemeinwohlorientierung nach dem Punktesystem der GWÖ. Perspektivisch strebt die Bewegung eine politische Verankerung an: Unternehmen, die eine gute Gemeinwohl-Bilanz vorweisen, sollen rechtliche Vorteile genießen und öffentliche Aufträge bekommen.

Wie ist das Konzept wissenschaftlich zu bewerten? Das Forschungsvorhaben GIVUN untersucht das Potenzial der GWÖ für einen sozial-ökologischen Wandel. Ein systematischer Vergleich mit historisch und gegenwärtigen Gemeinwohl- und Nachhaltigkeitsstrategien ist ebenso Teil der Forschungsarbeit wie eine profunde empirische Erhebung: Praxispartner wie die Deutsche Post, dm-drogerie markt, der Outdoor-Ausstatter Vaude und der Anbieter für Öko-Tiefkühlkost Ökofrost gewähren dafür Einblicke in ihre Gemeinwohl-Anstrengungen. Zukunftsprojektionen zu den Möglich- und Machbarkeiten einer verstärkten Gemeinwohlorientierung, die das Forschungsteam mit einigen der Unternehmen gemeinsam erarbeitet, ergänzen den Forschungsansatz.

GIVUN wird in Kooperation mit Prof. Dr. Ludger Heidbrink, Professor für Praktische Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), durchgeführt. Während die Projektpartner an der CAU den theoretischen und ideengeschichtlichen Kontext gemeinwohlorientierten Wirtschaftens untersuchen, erforscht das NEC unter Leitung von Dr. Bernd Sommer, Leiter des Forschungsbereiches Klima, Kultur & Nachhaltigkeit, und Prof. Dr. Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg, empirisch die betrieblichen Folgen einer stärkeren Orientierung am Gemeinwohl.

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung (SÖF) zum Themenschwerpunkt „Nachhaltiges Wirtschaften“ gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren (März 2015 - Februar 2018). GIVUN ist eines von bundesweit insgesamt 30 geförderten Forschungsvorhaben, die von einer externen Expertenkommission aus mehr als 200 Anträgen zur Förderung ausgewählt worden sind. Das Fördervolumen für den Flensburger Projektteil beträgt knapp 600 000 Euro.

PM: UNI Flensburg

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