Universität Flensburg -
Prof. Dr. Karla Etschenberg vom Institut für Biologie und Sachunterricht und ihre Didaktik der Universität Flensburg geht am 30. April in den Ruhestand

Prof. Dr. Karla Etschenberg, 1941 in Uelzen geboren und seit 1963 verheiratet, studierte an der Pädagogischen Hochschule in Köln und arbeitete von 1964 bis 1979 als Lehrerin. Sie machte das 2. Staatsexamen, wurde Diplom-Pädagogin und promovierte in Didaktik der Biologie. 1979 wurde sie Wissenschaftliche Assistentin an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. 1989/1990 arbeitete sie als Referentin am Bundesministerium für Gesundheit in Bonn im Bereich AIDS-Aufklärung. 1991 habilitierte sie sich in Didaktik der Biologie an der Universität zu Köln und wurde zum Wintersemester 1991/92 auf eine Professur für Biologie und ihre Didaktik mit Schwerpunkt Humanbiologie/Gesundheitserziehung an der Pädagogischen Hochschule in Kiel berufen. Nach deren 1999 beschlossener Auflösung wechselte Karla Etschenberg im Wintersemester 2000/2001an die Universität Flensburg, kümmerte sich aber weiterhin um „ihre“ Studierenden des Faches Biologie in Kiel bis zu deren Prüfung Ende 2004.

Ihre Veranstaltungen deckten ein breites Themenspektrum ab, auch wenn es letztlich immer Humanbiologie war: „Schulversuche zur Humanbiologie/ Gesundheitserziehung" (mit einem deutlichen Akzent bei Experimenten zum Thema Rauchen) wurden genauso angeboten wie „Ökofaktor Mensch - fachliche, ethische und gesellschaftliche Aspekte angewandter Biologie“, „Sexualkunde und Sexualerziehung", „Gesundheitserziehung im Biologieunterricht" bzw. „Gesundheitsförderung im Schulalltag“, „Suchtprävention“ u.a.m. In Kiel und Flensburg betreute Prof. Etschenberg zahlreiche Examensarbeiten, deren Kern in der Regel eine empirische Untersuchung zu einem Thema der Gesundheitsförderung an Schulen war. Auf Exkursionen besuchte sie mit Studierenden nicht nur biologisch interessante Lernorte, sondern auch NS-Gedenkstätten und Jugendstrafanstalten. Karla Etschenberg: „Solche Eindrücke gehören mit zur Lehrerausbildung.“

Neben der Hochschultätigkeit, zu der auch Gremienarbeit an der Universität Kiel gehörte, engagierte und engagiert sich Karla Etschenberg ehrenamtlich seit 26 Jahren im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW, in mehreren Wahlperioden im Beirat der Sektion Fachdidaktik des Verbandes Deutscher Biologen, als Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtserziehung (1992 bis 2000) und als Präsidiumsmitglied in der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung. Sie ist ständige Mitherausgeberin der Fachzeitschrift „Unterricht Biologie", bei der sie bald ein Dutzend Hefte in alleiniger Herausgeberschaft betreut hat.

 

„Meine Arbeit ist mein Hobby“






Sie hat weit über hundert Schriften, davon viele zu ihrem „Lieblingsthema" Sexualerziehung, veröffentlicht. Zudem realisierte sie Projekte für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln, zuletzt zum Problem chronisch kranker Kinder in der Schule. Als Interviewpartnerin war sie an Rundfunk- und Fernsehsendungen beteiligt und gestaltete mehrere Filme für das Schulfernsehen mit. In der Lehrerfortbildung hat Karla Etschenberg sich mit Lehrerinnen und Lehrern zu Problemen der Fachdidaktik Biologie, des Jugendschutzes, der Suchtprävention und der Gesundheits- und Sexualerziehung auseinandergesetzt.


Karla Etschenberg bezeichnet ihre Arbeit als ihr „Hobby" und beabsichtigt nicht, dieses Hobby zum 30. April 2005 aufzugeben. Sie beteiligt sich auch im Ruhestand weiterhin an der Lehre in ihrem Fachgebiet. „Ich freue mich aber darauf, nun doch ein bisschen mehr Zeit für weitere Projekte, für Veröffentlichungen und mein Privatleben zu haben“, sagt die Wissenschaftlerin.

 

Text: Julia Boecker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit



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