Universität Flensburg -
Kanzler Niels Helle-Meyer: Eigenständigkeit bewahren, Forschung ausbauen

Seit Anfang Januar 2006 ist Niels Helle–Meyer der neue Kanzler der Universität Flensburg. In den nächsten sechs Jahren will er vor allem das Einwerben von Forschungsgeldern ausbauen und die Eigenständigkeit der Universität Flensburg bewahren.

Der 34-Jährige Jurist hat bis vor kurzem im wissenschaftlichen Dienst des Schleswig-Holsteinischen Landtages gearbeitet; nun als Kanzler zeichnet er nicht nur für den Haushalt der Universität Flensburg verantwortlich - als Mitglied des Rektorats will er aktiv dessen Entscheidungen vertreten.

Eines seiner Hauptanliegen ist das verstärkte Einwerben von Fördergeldern „Wir müssen an der Universität Flensburg mehr Drittmittel einwerben!“, so der Kanzler. Die Zahl der Institutionen, die Forschungsvorhaben begutachten und gegebenenfalls bewilligen sei groß. „Man muss wissen, wer was für wen anbietet.“ Dieses Wissen zu bündeln und den Lehrenden zur Verfügung zu stellen, darin sieht der 34-Jährige eine seiner Aufgaben.

Niels Helle-Meyer hat seinen Posten in Zeiten angetreten, die zumindest für die Universitäten in Schleswig-Holstein alles andere als ruhig sind. Die Landesregierung plant die Fusion der drei Hochschulen in Schleswig-Holstein zu einer Landesuniversität. Eine Fusion hält auch Niels Helle-Meyer für den falschen Weg, er sagt: „Eine Hochschule funktioniert am besten, wenn sie ihre eigene Identität bewahrt. Die Lehrenden und Studierenden müssen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit haben!“ Er sieht klare Nachteile bei einer Fusion: „Ohne Rektor, ohne Rektorat ist die Universität Flensburg z.B. nicht mehr in der Hochschulrektoren-Konferenz vertreten und kann somit auch ihre Interessen nicht mehr artikulieren.“ Weiterhin sei zu befürchten, dass die bestehende gute Kooperation mit der Syddansk Universitet leide, wenn kurze Wege durch lange vertauscht würden.

 

 

2006:
der neue Kanzler der UNI Flensburg



Niels Helle-Meyer


Aber: Eine engere Kooperation kann sich Niels Helle-Meyer durchaus mit den beiden anderen Universitäten in Kiel und Lübeck vorstellen, etwa wenn es um die Auswahl von Studienbewerbern geht; etwas was, so der Kanzler, in Zukunft mehr in die Hand der Hochschulen gelegt werden sollte. Hier sei eine Kooperation sinnvoll und auch notwendig. Doch: „Ein Hochschulstandort Flensburg ohne Identität, ohne eigene Führung wird Forschung und Lehre im Land nicht einfacher, günstiger und besser machen!“, so Helle-Meyer abschließend.

 

Text: Helge Möller - Foto: Möller



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