Universität Flensburg -
Feierliches Wiedersehen
nach 40 Jahren

44 Absolventen der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Flensburg kommen am Samstag, 30. April, auf dem Campus der Universität zusammen. Sogar aus Hongkong reist eine Absolventin an.

Im Frühjahr 1965 bestanden sie ihr Examen an der damaligen Pädagogischen Hochschule (PH) in Flensburg. Anschließend starteten die 132 frisch examinierten Lehrer ins Berufsleben, unterrichteten an Schulen in ganz Deutschland. Manche von gingen ins Ausland. Am kommenden Samstag werden sich die Kommilitonen an der Förde wieder sehen. Für die meisten von ihnen ist es das erste Treffen seit 40 Jahren. „Von 132 Lehrkräften konnten wir 78 ausfindig machen. 44 von ihnen haben sich für das Jubiläum angemeldet, und viele haben ihre große Vorfreude in Briefen oder Telefonaten ausgedrückt“, erzählt Dr. Barbara Schwaner-Heitmann, Akademische Oberstudienrätin am Institut für Psychologie der Uni Flensburg. Auch sie nahm 1965 ihr Diplom entgegen, ebenso wie Oberschulrat Eckehardt Doppke vom Institut für Evangelische und Katholische Theologie. Gemeinsam haben die beiden Hochschullehrer - die einzigen Jubiläums-Absolventen, die der PH und späteren Universität Flensburg auch als Lehrende erhalten geblieben sind - die Wiedersehensfeier organisiert. Eine Frage sei in den Zusagebriefen immer wieder gestellt worden, sagt Barbara Schwaner-Heitmann: „Werden wir uns wohl wiedererkennen?“

Die weiteste Reise nimmt Ulla Littlewood, geborene Karnecki, auf sich: Sie reist eigens aus Hongkong an. Aber auch aus den USA und Australien seien liebe Grüße von Studienkollegen gekommen, die nicht teilnehmen könnten, bei einem nächsten Treffen aber auf jeden Fall mit dabei sein wollten, sagt Barbara Schwaner-Heitmann. „Sechs unserer damaligen Mitstudierenden sind leider schon verstorben. Sie werden am Samstag in Gedanken und Bildern bei uns sein.“

Der 1965er Jahrgang sei ein ganz besondere gewesen, erinnern sich die Organisatoren. „Zum ersten Mal mussten sechs Semester studiert werden, um als Lehrer und Lehrerin an Grund- und Hauptschulen tätig sein zu können“, sagt Eckehardt Doppke. Bis dahin hatte das Studium nur vier Semester umfasst. Mit der längeren Ausbildung und einer neuen Studienkonzeption wurde die PH in den Rang einer wissenschaftlichen Hochschule erhoben. Barbara Schwaner-Heitmann:

 

 

 


Der Examensjahrgang 1965 trifft sich an der Uni Flensburg




„Neu war, dass nicht mehr der ‚pädagogische Zehnkämpfer’ für alle Fächer ausgebildet werden sollte. Nun sollte das vertiefte Studium eines Unterrichtsfachs wissenschaftlichen Kriterien genügen. Außer dem Wahlfach kamen noch Pflichtfächer hinzu: Deutsch und Mathematik, ein ‚Sachfach’, z.B. Biologie oder Erdkunde, Religion sowie Grundlagen in Bewegungserziehung, Kunst und Musik. Darüber hinaus lernten wir theoretische und praktische Pädagogik. Allesamt Prüfungsfächer, so dass in den Examenswochen bisweilen drei Prüfungen an einem Tag keine Seltenheit waren.“

„Unvergesslich“ seien vor allem die Vorlesungen in Philosophie von Prof. Stenzel gewesen, der die jungen angehenden Lehrer schon in den ersten Stunden ihres Studiums mit dem Höhlengleichnis von Platon konfrontierte und zu tiefgreifenden Denkprozessen anregte. „Viele solcher Erinnerungen werden sicherlich am Samstag in der neuen Flensburger Universität lebendig werden“, ist Barbara Schwaner-Heitmann sicher. „Was für ein pädagogisches Erbe in so einer Gruppe von Lehrern stecken mag, die ein so langes Pädagogenleben hinter sich gebracht haben!“

Ihren ehemaligen Philosophie-Professor haben die Organisatoren natürlich auch zum Jubiläumsfest eingeladen, ebenso wie Prof. Frank, Prof. Uschkereit und Dozent Ernst Krüger. „Sie alle leben in Flensburg und Umgebung und erfreuen sich guter Gesundheit. Wir hoffen sehr, dass sie mit uns feiern werden“, sagt Eckehardt Doppke.

Ab 10 Uhr werden die ehemaligen Kommilitonen am Samstag, 30. April, in Hauptgebäude der Universität (Auf dem Campus 1, Seminarraum 239) eintreffen. Die offizielle Begrüßung durch Rektor Prof. Dr. Heiner Dunckel, Barbara Schwaner-Heitmann und Eckehardt Doppke beginnt um 11 Uhr. Anschließend stehen unter anderem Gedankenaustausch, Gespräche in Seminargruppen, Führungen über den Campus und durch die Stadt auf dem Programm.

 

Text: Julia Boecker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit



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