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Der Einzug der Tintenfische in Nord- und Ostsee

Autor: CIS am 17.05.2018

Ost

Die Nord- und Ostsee sind für ihre Artenvielfalt unter Wasser und ihren Fischfang weltbekannt. Zahlreiche Arten von Fischen und Meeresfrüchten werden dort täglich gefangen und sind ein wichtiger Teil der regionalen Küche. Auch Tintenfische werden mittlerweile immer öfter in den Fangnetzen der Fischer gefunden, doch das war nicht immer so. Wir haben den Einzug der Tintenfische zurückverfolgt.

Foto: pixabay.com  / EvgeniT

Tintenfische gehören zu der Gruppe der Weichtiere und besitzen ein hochentwickeltes Gehirn. Als Kopffüßler sind ihre Fangarme direkt mit dem Kopf verbunden, mit denen sie extrem schnell reagieren können, wenn sie durch Feinde bedroht werden. Tintenfische wehren sich außerdem gegen Angreifer mit dem Ausstoßen eines Sekrets aus ihrem Tintenbeutel, ein gekonntes Ablenkungsmanöver, mit dem sie sich mehr Zeit bei der Flucht verschaffen. Sie können verschiedenen Tiefen des Meeres bewohnen und auch am Meeresboden überleben. Dort ernähren sie sich von Muscheln, Krabben und kleinen Fischen.

Tinten

Foto: pixabay.com / sailornm34

Eigentlich benötigen Tintenfische einen hohen Salzgehalt im Meerwasser und warme Temperaturen, weshalb sie in der Ostsee kaum aufgefunden wurden. Dies soll sich nun durch den Klimawandel und Salzwassereinströmungen aus der Nordsee verändert haben. Ob die angeschwemmten Tiere jedoch in der Ostsee überleben können, ist zu bezweifeln. Auch in der Nordsee sind die Tintenfische nicht schon immer heimisch gewesen. Das erhöhte Aufkommen wurde von Forschern an mehr als 70 Messpunkten in der Nordsee verfolgt. Während 1985 nur an 20% der Messpunkten Tintenfische in die Netze schwammen, waren es 2014 bereits stolze 60%. Vor allem Kleine Zwerg- und Pfeilkalmare können in allen Bereichen gefunden werden. Das erhöhte Aufkommen liegt mit unter an der Erwärmung der Wasseroberfläche um mehrere Grad Celsius in den letzten Jahrzehnten. Die Nordsee soll laut Expertenmeinungen weiterhin immer subtropischer werden, wodurch die Ausbreitung von Tintenfischen rasant ansteigen wird. Fische wie der Dorsch, die kalte Gewässer bevorzugen, werden gleichzeitig langsam abwandern.

Auch die heimische Küche hat den Tintenfisch bereits in einigen Rezepten verwertet. Er zählt als wahre Delikatesse und ist vielen Feinschmeckern unter dem Namen Calamari bekannt. Besonders in der mediterranen Küche Griechenlands sind Calamari schon seit langer Zeit ein wichtiger Bestandteil. Vor der Zubereitung müssen unverdauliche Teile wie Innereien und Kauwerkzeuge entfernt werden, was ein wenig Übung bedarf. Wer damit keine Erfahrung hat, kann die exotischen Meeresfrüchte auch einfach beim Griechen bestellen. Calamari werden meist in Ringe geschnitten und entweder frittiert oder mit Knoblauch angebraten. Auf frischem Salat oder als Beilage sind sie der perfekte Proteinsnack und schmecken besonders zart. Auch die Tinte der Kalmare ist essbar und wird zum Einfärben von Pasta und anderen Lebensmitteln verwendet.

Calamaris

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Dank seines niedrigen Fettgehalts und hohen Eiweißvorkommens zählt der Tintenfisch als besonders gesunde Kost. Dazu hat er mit einem Kaloriengehalt von nur 80 kcal auf 100 g auch einen positiven Einfluss auf das Gewicht und ist leichter verdaulich als fettreiche Fischsorten. Ähnlich wie andere Meeresbewohner, ist der Tintenfisch reich an Omega-3-Fettsäuren, die vor Infektionskrankheiten schützen. Beim Kauf sollte unbedingt auf die Frische der Tintenfische geachtet werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kauft sie am Besten eingefroren oder direkt vom Fischmarkt. Längere Transport- oder Lagerungszeiten lassen den Tintenfisch leicht verderben.

Tintenfische sind mittlerweile permanente Bewohner der Nordsee und sind ein gern gesehener Fang unter Fischern. Ihr schmackhaftes Aroma und der positive Effekt auf die Gesundheit lassen sie zu einer beliebten Delikatesse werden.


Schlagworte:
ostseefisch, ostsee

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