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Flensburger Theaterwerkstatt Pilkentafel erhält Millionen-Förderung

Autor: CIS am 14.11.2016

pilkentafel

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat in der Bereinigungssitzung vom 10. November 2016 zusätzliche 266,8 Mio für Kultur im Jahr 2017 (+19,5%) beschlossen. Das gab der haushaltspolitische Sprecher der SPD, Johannes Kahrs, bekannt.

Auch die Pilkentafel in Flensburg wurde bedacht. "Das ist eine Sensation für das Freie Theater in Flensburg, jetzt wird uns hier ein Quantensprung gelingen", so Peer Ripberger, Regisseur und Mitglied der Künstlerischen Leitung der Pilkentafel. Er ist das Gesicht des Aufbruchs, der hier seit 2 Jahren konsequent und unter bundesweiter Beachtung strukturell und künstlerisch vorangetrieben wird.

Der Stadtrat Flensburgs hat dieses Potential erkannt und erst kürzlich eine Erhöhung der Zuwendung um 70% beschlossen - "aus Überzeugung für die Bedeutung von Kultur in der Grenzregion, und weil das Konzept für freie darstellende Künste über Generationen- und Landesgrenzen hinweg in ganz Schleswig-Holstein solitär ist", so Helmut Trost, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion in Flensburg.

"Wir haben in unserem Antrag an den Kulturausschuss des Bundestages aufzeigen können, welches Potential aus neuen und bewährten Akteuren sich hier in Flensburg versammelt, und weshalb dieser Transformationsprozess bundesweit bedeutsam ist", so Elisabeth Bohde, die das Theater 1983 gegründet hat und eine wichtige Stimme der bundesweiten Freien Szene ist. Jetzt wolle man den Blick auf europäische Kooperationen richten, und damit an "die internationale Tradition der Pilkentafel anknüpfen: mithilfe des Goethe Instituts haben wir Koproduktionen auf der halben Welt gemacht".

Konkret erhält die Pilkentafel insgesamt bis zu 1,2 Mio über die nächsten 3 Jahre vom Bund. Das so entstehende "Norddeutsche Zentrum für zeitgenössische Darstellende Kunst" unmittelbar auf der deutsch-dänischen Grenze ist emblematisch für eine Kulturpolitik, die die kulturelle Vielfalt bis an den nördlichsten Rand der Republik durchhält. Der Deutsche Kulturrat hatte noch im Sommer eine stärkere Beteiligung des Bundes an kultureller Infrastruktur "in der Fläche" gefordert. Ab 2020 soll der nun mögliche Transformationsprozess in eine EU-Plattformfinanzierung der Pilkentafel mit Partnern, u.a. dem FarNorth Network, münden.

"Ich bin froh über den Beschluss des Haushaltsausschusses. Ganz Schleswig-Holstein profitiert in seiner kulturellen Attraktivität von dieser Entscheidung für einen pulsierenden Ort für die zeitgenössischen Darstellenden Künste", so Sönke Rix, derzeit zuständiger SPD-Bundestagsabgeordneter für Flensburg, der den Antrag unterstützt hat. Auch die SPD Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, hatte sich für den Antrag stark gemacht. "Weil Grenzregionen besonders neuralgische Punkte sind, an denen man mit Kultur Signifikantes bewirken kann."

In der Pilkentafel wird man jetzt darangehen, die "operativen Vorbereitungen zu treffen", so Torsten Schütte, der das Theater gemeinsam mit Bohde seit seinen Anfängen führt. Die Bundesförderung ermöglicht es dem neuen Team der Pilkentafel, den eingeschlagenen Weg und die strukturellen Veränderungen des Change-Prozesses konsequent weiterzuführen.

"Ein potenter Player für progressive zeitgenössische Performance leuchtet seit heute rot pulsierend auf der Landkarte auf", so die beratende Agentur modul33.org. Sie hat entscheidenden Anteil an dem Change-Prozess des Hauses und dem nun Realität werdenden kulturellen Frühling in Flensburg.


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