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Heimat des Verkehrssünderkontos – Was gibt es Neues?

Autor: CIS am 03.12.2014

Führerschein

Das gibt wieder Punkte in Flensburg…“ – Nicht-Flensburger verwenden diesen Satz gerne, wenn sie die Straßen Deutschlands unsicher gemacht haben. Flensburg genießt dank des hier ansässigen Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ganz besonderen Ruhm. Raser und Über-Rot-Fahrer werden in der sagenumwobenen Verkehrssünderdatei aufgelistet. Neu ist: Statt bis zu sieben Punkten kann man jetzt nur noch 1-2 Punkte für sein Vergehen bekommen, je nachdem, ob es sich um einen groben oder schwerwiegenden Verstoß handelt.

Foto: Rike  / pixelio.de

Der Führerschein ist dafür aber auch schon bei acht anstatt 18 Punkten weg. Wer in Flensburg lebt und fährt, hat es leicht den Überblick zu behalten: Am Eingang des KBA kann man sich seinen aktuellen Punktestand ganz einfach kostenlos ausdrucken lassen. Der zweifelhafte Ruf des KBA ist jedoch nicht gerechtfertigt. Das Bundesamt ist nicht nur für Verkehrssünder zuständig, sondern zählt viele weitere Aufgaben zu seinem Bereich. So gehören beispielsweise die Kontrolle von Prüfstellen, Fahrzeuggenehmigungen oder Veröffentlichungen von Statistiken zur alltäglichen Arbeit. Statt abzustrafen geht es dabei vor allem darum, die Sicherheit der Deutschen zu gewährleisten. Für die besonders stürmischen und leicht reizbaren Fahrer, hat sich dieses Jahr ebenfalls eine Änderung ergeben. Jene, die nicht rasen, sondern durch andere Ungezogenheiten auf sich aufmerksam machen, erwartet ein neues Strafmaß.


Autobahn

Foto: Hartmut910  / pixelio.de

 

Mittelfinger am Steuer wieder sorglos möglich?

Temperamentvolle Autofahrer können aufatmen. Seit Mai diesen Jahres ist es nicht mehr zulässig wegen einer obszönen Geste mit Punkten in Flensburg bestraft zu werden. Jeder, der beim Ärger über andere Verkehrsteilnehmer gerne mal flucht, wild gestikuliert oder sogar den Mittelfinger zeigt, muss sich deswegen nicht mehr vor Punkten in der Verkehrssünderdatei fürchten. Da der Gesetzgeber diese Manieren trotzdem nicht duldet, werden sie mit Bußgeldern, die teilweise sogar im vierstelligen Bereich liegen, geahndet. Rechtlich bedeutet eine gemeine Geste die Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte des Gegenüber. In besonders schweren Fällen, muss der Miesepeter sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Schlechtes Benehmen im Verkehr führt also nicht mehr zum Verlust des Führerscheins, schadet aber dem Geldbeutel erheblich. Wer sich, anstatt zu pöbeln, lieber auf die Funktionstüchtigkeit und Zulässigkeit seines Fahrzeuges konzentriert, sollte seit November besonders aufmerksam sein.

Neue Vorschriften bei Fahrzeugtechnik

Neuerungen gibt es im Bereich Verkehr nicht nur für hitzige Fahrer. Auch die Autos selbst unterliegen seit dem 1. November neuen Standards. Dies betrifft etwa die Ausstattung mit Kontrollsystemen für den Reifendruck. Für die Halter ist es oft nicht zu erkennen, sei es am Auto oder in den Papieren, ob ihr Fahrzeug den neuen Anforderungen entspricht. Für alte auslaufende Serien, die nicht den Vorgaben entsprechen, gibt es allerdings die Möglichkeit eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten.

Die neuen Standards sollen in erster Linie die Sicherheit auf den deutschen Straßen erhöhen und die Unfallrate und somit Personen- und Sachschäden eindämmen. Dank der EU-Reform von 2010 ist der Halter, was die Reparatur im Falle eines Sachschadens anbelangt, deutlich gestärkt worden. So sind Fahrzeugbesitzer nicht mehr verpflichtet, die vom Autohersteller vorgezogene Werkstatt aufzusuchen und dürfen frei wählen, ohne dass der Garantieanspruch beim Neuwagen verfällt.

Internetportale wie etwa autoscout24.de informieren über entsprechende Reformen. Hier gibt es auch eine spezielle Suchfunktion, die es den Nutzern ermöglicht eine passende Werkstatt zu finden. Dabei bietet autoscout24.de die Möglichkeit, nach Ort, Leistung und sogar Automarke zu sortieren und die in Frage kommenden Werkstätten entsprechend zu filtern. Ob das größere Gefahrenpotenzial bei den Fahrern oder den Autos liegt, bleibt offen. Das Statistische Bundesamt verzeichnet im Jahr 2014 (in den Monaten Januar bis August) im Gegensatz zum Vorjahr eine Zunahme von Verunglückten bei Straßenverkehrsunfällen. In diesem Zeitraum verunglückten über 250000 Menschen, davon über 2000 tödlich. Im ganzen Jahr 2013 waren es etwa 290000. Die Polizei tut, was sie kann, um die Lage auf den deutschen Straßen zu verbessern und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Doch vielen kleinen Polizeistationen im Raum Flensburg droht die Schließung.

Polizei

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Neues bei der Polizei in Schleswig-Flensburg

Die neuen Nachrichten aus dem Innenministerium dürften für die Polizei in der Umgebung Flensburg keine Freude sein. Demnach sollen sieben Polizeistationen geschlossen werden, die mit weniger als fünf Beamten zu den kleineren von Schleswig-Flensburg gehören. Die Folge wären längere Anfahrtswege zu Gefahrenstellen und der komplette Verzicht auf eine Polizeistation in den Dörfern. Insgesamt sollen sieben Stationen dichtgemacht werden, so etwa in Handewitt, Hürup, Busdorf und Erfde.

Wie konkret die Pläne über den drohenden Kahlschlag sind, wird sich jedoch zukünftig zeigen. Die Polizeipräsenz ist auch hier für den reibungslosen und sicheren Ablauf des Verkehrs wichtig. Im Kreis Schleswig-Flensburg verloren im Jahr 2013 acht Menschen ihr Leben bei einem Verkehrsunfall. Die Zahl der Unfälle insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich geblieben. In Bezug auf die Gesamtsituation in Deutschland im Jahr 2014, schneidet die Stadt Flensburg gut ab. So gab es im Jahr 2013 keine Verkehrstoten. Mit rund 2300 Unfällen macht sich in Flensburg aber insgesamt eine steigende Tendenz bemerkbar. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrern, die unter Einfluss von Rauschmitteln standen, hat dabei zugenommen. Gesetzliche Veränderungen für Fahrer und Fahrzeuge versuchen diesen Trends entgegenzuwirken.

 


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punkte in flensburg

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