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„Aber die Geschichte ist immer in uns …“ - Kriegserinnerungen und Pflege

Autor: CIS am 14.07.2015

HH Krieg

Das PflegeNotTelefons Schleswig-Holstein und der Pflegestützpunkt in der Stadt Flensburg laden Sie und alle FlensburgerInnen herzlich zur gemeinsamen Veranstaltung „Aber die Geschichte ist immer in uns …“ - Kriegserinnerungen und Pflege“ mit Privatdozent Dr. med. Reinhard Lindnerein und zwar am Donnerstag, den 03.09. um 15 Uhr im Haus Sophiesminde, Apenrader Str. 117.

Foto: Wikimedia - CC - Dowd J (Fg Off), Royal Air Force official photographer (Hamburg im 2. Weltkrieg)

Viele der Menschen, die jetzt pflegebedürftig sind oder werden, gehören der Generation der sogenannten „Kriegskinder“ an, geboren in den 20er und 30er Jahren, aufgewachsen im Krieg und konfrontiert mit oft lebensbedrohlichen Erlebnissen. Erinnerungen an Flucht und Bombennächte, an Verlust und Vertreibung, aber ebenso an das erste Lachen nach dem Krieg, das Gefühl, wieder in Sicherheit zu sein, oder die Erkenntnis, in Schleswig-Holstein eine neue Heimat gefunden zu haben, prägen auch heute noch ihre Erzählungen. Nicht alle Menschen haben traumatisierende Erfahrungen gemacht, aber alle haben in Zeiten gelebt, die besondere Anforderungen an das Leben und auch das Zusammenleben gestellt haben.

Doch was haben Kriegserinnerungen mit der Pflege zu tun?
Die Kriegskinder kommen jetzt in das Alter, in dem sie auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind. Die täglichen Erfahrungen in der Pflege zeigen, dass die Erlebnisse, die Erinnerungen sich nicht einfach ausblenden lassen. Was in den Zeiten des „Ärmel-Hochkrempelns“ nicht aufgearbeitet wurde, findet im Alter immer öfter den Weg zurück ins Bewusstsein. Gerade bei den Menschen, die zunehmend unter einer Demenz leiden oder auch bei denjenigen, die Verluste zu verkraften haben oder selbst im Sterben liegen, verdichten sich die häufig nicht aufgearbeiteten Erlebnisse zu oft sehr schmerzhaften Erfahrungen.

Kriegstraumata und die Auswirkungen auf die Pflege sind in den letzten Jahren immer mehr zum Thema geworden. "Kriegskinder" und "Kinder der Kriegskinder" begegnen sich in der Pflege als pflegende Angehörige, als professionelle Pflegekräfte oder Betreuungsassistenten. Viele von ihnen sind sich ihrer eigenen (lebens)geschichtlichen und persönlichen Eingebundenheit in Kriegsgeschehnisse nicht bewusst. Im pflegerischen Alltag begegnen ihnen Pflegesituationen, die nicht immer allein mit pflegewissenschaftlichem Handeln bewältigt werden können.

PD Dr. med. Reinhard Lindner, Oberarzt für Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie an der Medizinisch-Geriatrischen Klinik Albertinen-Haus, Hamburg und ehemaliger Leiter des Therapie-Zentrums für Suizidgefährdete am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen von Kriegstraumata. Er wird im Rahmen des Vortrages die grundlegenden Aspekte der Arbeit mit traumatisierten Menschen erläutern, die Zusammenhänge zum Pflegealltag herstellen und Ansätze zur Unterstützung und Hilfe aufzeigen.

Veranstaltungsort:
Haus Sophiesminde
Apenrader Str. 117
24939 Flensburg

Freier Eintritt - um Anmeldung bei den folgenden Kontaktadressen wird gebeten

Pflegestützpunkt in der Stadt Flensburg
Rathausplatz 1
24937 Flensburg
Tel. 0461/ 85 2002
pflegestuetzpunkt@flensburg.de

PflegeNotTelefon Schleswig-Holstein
c/o AWO Schleswig-Holstein gGmbH
Sibeliusweg 4, 24109 Kiel
Tel. 0431/5114-128,
Fax: 0431/5114-559
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Das PflegeNotTelefon wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.


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