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Regionales Nutzungsverhalten 2015: Internetfernsehen auf dem Vormarsch

Autor: CIS am 12.05.2015

IPTV

Vor ein paar Jahren fristeten die Online-Filmdienste noch ein Nischendasein und Videoplattformen wurden von den verantwortlichen der hiesigen Sendeanstalten verlacht. Das hat sich geändert – auch bei uns im Norden Deutschlands. Das liegt zum einen an der Fülle attraktiver Angebote aus dem Internet und der sich wandelnden Nutzung derselben, und zum anderen zeichnen sich die Fernsehsender selbst dafür verantwortlich, indem sie auf das falsche Pferd setzen.

Das Internet wird immer mehr zu einem Grundbedürfnis. Wir nutzen es überall und machen uns mit den Applikationen auf unseren mobilen Endgeräten das Leben jeden Tag ein wenig einfacher. Das ist heute für jedermann erschwinglich. Ein möglichst günstiges Angebot findet man im Internet zum Beispiel auf billiger-surfen.de oder bei vergleichbaren Anbietern. Dadurch scheint das klassische TV-Angebot immer weiter in den Hintergrund zu rücken.


Die Quote ist in der TV-Landschaft wichtiger als alles andere – auch bei uns in Flensburg und ganz Norddeutschland. Dabei gibt es die Einschaltquote nach Meinung vieler Experten eigentlich gar nicht. Denn es bleibt auch weiterhin die Frage offen, ob die sogenannte Panelgruppe, die aus freien Stücken der Installation eines Fernsehmeters zustimmt und ganz genau weiß, dass all ihre Fernsehgewohnheiten erfasst werden, überhaupt repräsentativ sein kann. Dennoch richtet sich das Gros der hiesigen Fernsehmacher auch in Zeiten repräsentativer Zuschauerauswertungen über das Internet nach diesem schwer fassbaren Phantomwert. Aus Sicht der Sender- und Programmchefs erreicht die ideale TV-Sendung möglichst viele Zuschauer und kostet dabei vergleichsweise wenig. Wohl auch deshalb mutete man uns in den vergangenen Jahren auffallend viele günstig produzierte Reality-Formate zu.


Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow steht mit seiner Meinung nicht allein dar, wenn er öffentlich verkündet, dass die Zukunft seines Senders durch eine Reality-TV-Sendung bestimmt wird (in diesem Fall der John-de-Mol-Wiedergänger „Newtopia“). Das Ganze wird natürlich auch im Web gezeigt und über die sozialen Netzwerke befeuert. Die Resonanz lässt zwar nicht lange auf sich warten, doch die Fernsehmacher lassen dabei zwei ganz wesentlich Aspekte außer Acht: Zum einen laufen die reinen Web-Formate den verbissen produzierten TV-Shows mittlerweile qualitativ den Rang ab, zum anderen ist das Fokussieren auf ganz bestimmte Zielgruppen langfristig keine gute Idee.

Netflix und Co. auf dem Vormarsch


Zeitgemäß ist, wenn der Zuschauer die von ihm gewünschten Inhalte jederzeit, an jedem Ort und auf unterschiedlichen Endgeräten sehen kann – am besten in Full-HD. Zeitgemäß für die Anbieter ist auch das Investieren in qualitativ hochwertige, exklusive Inhalte. Angebote wie Netflix werden dabei von immer mehr Nutzern wahrgenommen. In den USA hält der Trend namens „Cord-cutting“ (deutsch: Kabel durchschneiden) schon eine ganze Weile an: Konkret bedeutet das, dass ein großer Teil der US-Bürger seine Kabel-TV-Verträge bereits gekündigt hat, während die alternativen Anbieter boomen. Allein Netflix steigerte seine Nutzerzahlen im ersten Quartal des Jahres 2015 auf mehr als 62 Millionen Nutzer. In einem etwas verlangsamten Tempo lässt sich der Trend auch bei uns bereits beobachten.



Schlagworte:
Internet Fernsehen

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