Buchvorstellung:
Land in Sicht
von Peter Butschkow


Land in Sicht

Schleswig-Holstein, wie es wirklich ist



Deutschland ist wunderschön, Schleswig-Holstein ist wunderschöner. Nirgendwo schauspielern Wind und Wolken so leidenschaftlich auf der Himmelsbühne und schlagen zwei Meere ihren ewigen Wellenrhytmus dazu. Dieses Buch ist eine humorvolle Liebeserklärung an ein einzigartiges Land, in dem sogar die Nordsee täglich immer wieder zurück kommt, um zu schauen, ob es noch da ist, und ein Geschenk für alle, die diese Liebe teilen. Die anderen werden ihm nach der letzten Seite verfallen sein. „Ich lach mich platt!“, sagt der Friese. Genau das machte dieses Land und dieses Buch so schön übersichtlich.
(Offiz. Rückseitentext)

Dieser Aussage ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Peter Butschkow hat kaum eine schleswig-holsteinische Stadt ausgelassen und mit den meisten Cartoons und deren Aussagen den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen. Man merkt, das Peter Butschkow, geboren in Cottbus, also nicht weit weg von Berlin, schon lange Jahre die Schleswig-Holsteiner und ihre Eigenarten beobachtet hat.

Ob sekt- und siegessichere Kieler Woche Begleiter, eingeborene Rendsburger, die staunend die Riesenpötte im Kanal beobachten (bzw. sich beobachten lassen) oder unentdeckte Dörfer auf den Halligen. Keiner kommt zu kurz. Da muß auch Theodor Storm herhalten oder die neuen Wasserhäuser in Sonwik, die selbst alte Schleswig-Holsteiner noch nicht kennen. Und, und, und...
Manchmal muß man erst einmal den Sinn des "Unsinns" erkennen, aber die rund 40 Cartoons verbreiten Spaß. Spaß an Schleswig-Holstein. Ein Heimatbuch, das in keinem Bücherschrank fehlen sollte. Wer weiß, vielleicht wird es einmal Pflichtlektüre im Sachkundeunterricht.



Land in Sicht
Hier können Sie das Buch bestellen


Schnacken mit Peter Butschkow - ein Interview:



Wie kam es dazu, dass Sie zeichnen? Entdeckten Sie Ihr Talent selbst oder wurden Sie quasi entdeckt und gefördert.
Von frühester Kindheit an hatte ich offenbar das Bedürfnis, das Leben um mich herum zu reflektieren. Was hier so sachlich und bewusst klingt, war damals völlig unbewusst und spielerisch. Und niemals, mit keinem Gedanken, hätte ich mir in der Zeit vorstellen können, dass daraus mal ein Beruf entstehen könnte. Tatsächlich waren es schon Freunde oder Klassen-kameraden, denen mein Talent aufgefallen war und die mir durch ihre Aner- kennung und Begeisterung vermittelten, dass ich da offensichtlich
über eine besondere Begabung verfügte. Ich glaube, so ist das bei fast allen Kollegen und Kolleginnen gelaufen. Und ein Mädchen aus meiner Klasse war es dann, die den entscheidenden Satz sagte: „Du musst Grafiker werden.“
Nun musste ich nur noch rauskriegen, was das war.

Sie arbeiten sehr viel und produzieren am laufenden Band. Gibt es einen Ausgleich zur Arbeit? Oder ist das Zeichnen für Sie keine Anstrengung?
Zeichnen und Arbeit empfinde ich genau so unpassend, wie Sex und Arbeit. Wenn mich mal jemand fragt, wann ich denn mit meiner Arbeit aufhören will, dann antworte ich: „Mit welcher Arbeit?“ Ich empfinde das nicht als Arbeit, sondern als großes Vergnügen und noch größeres Glück, davon sogar leben zu können. Noch heute fühle ich mich beim Zeichnen wie einst in meinem kleinen Zimmer im Elternhaus, versunken und fasziniert von dem, was da plötzlich auf einem eben noch weißen Stück Papier entsteht.
Dennoch spüre ich natürlich sofort, wenn mein Akku schwächer wird, das Niveau sinkt, die Einfälle nicht mehr so purzeln. Dann schalte ich umgehend ab, spiele Tennis, mache Musik oder setzte mich ins Auto und fahre durch das Land zu Freunden und Bekannten. Ja, ich bin immer wieder gerne unterwegs. Allein
schon wegen der neuen Eindrücke.

Woher generieren Sie Ihre Ideen? Aus Ihrem Umfeld, der Zeitung oder sind es einfach spontane Einfälle?
Aus allen lebendigen, flimmernden oder gedruckten Bildern. Und manchmal auch aus dem bekannten heiteren Himmel. Einfach so – bing! – springt dich eine Idee an. Und hüte dich, danach zu forschen, wo sie her kommt.
Für mich ist es enorm wichtig, mir Distanz und Leichtigkeit zu bewahren.

Neben Cartoons für Zeitschriften, produzieren Sie auch Bücher und Kalender, sowie diverse Arbeiten für Kunden aus der Wirtschaft. Haben Sie das Gefühl Ihr Kontingent ist erschöpft oder gibt es bereits neue Pläne und Ideen, die sie verwirklichen möchten?
Morgens aufzustehen und daran zu denken, wie viel Aufgaben und Projekte auf meinem Tisch auf mich warten, das macht mich selig. Dabei bin ich eigentlich zutiefst ein fauler Hund, aber wehe, wenn mir was Spaß macht. Also schwirren in meinem Kopf immer Ideen und Aufgaben, die nur darauf warten, alsbald oder irgendwann realisiert zu werden. So fühle ich am
stärksten und am wohligsten, dass ich lebe.

Zurück zu Ihren Anfängen. Wie war eigentlich die Reaktion Ihres Umfeldes bezüglich Ihrer künstlerischen Berufswahl? Fühlten Sie sich von allen bestätigt und unterstützt?
Die Schule hat meine künstlerische Begabung als Störfaktor benotet und ich sie zur Strafe auch. Meine Eltern haben meinen Weg toleriert, wobei ich heute glaube, es war diesen beiden grundsoliden Menschen einfach zu anstrengend, aus meinen wilden Kurven das eigentliche Ziel herauszufinden.
Sie haben einfach nur gehofft, dass das gut geht. Ich möchte noch mal deutlich machen, dass ich keineswegs als „Cartoonist“ gestartet bin, sondern tatsächlich erst die seriösere Grafik studiert habe und auch lange meine hauptsächlichen Einkünfte aus diesem Beruf bezog. Was meine eigentliche Liebe, die humoristische Zeichnung betraf, die hegte und pflegte ich nach dem Grafikeralltag. Wir waren irgendwie ein verschworenes Team, so gar nicht abhängig von Außen. Das hat wohl was mit Träumen und an etwas in sich glauben zu tun.

Was raten Sie jungen Talenten von heute. Lohnt es sich durchzuhalten oder ist der Markt bereits gesättigt?
Auf jeden Fall. Wie gesagt, träumen, glauben – und möglichst von der Vision besessen sein, dass man genau das auch will – also fleißig zeichnen! Damit überlebt man auch die Rückschläge. Gute Ideen, neue Striche werden immer gesucht. Unbedingt durchhalten! Allein nur so hat man die Chance, ans Ziel zu kommen. Und das noch, ganz wichtig: Beweg dich! Wer auf dem Sofa sitzt und darauf wartet, entdeckt zu werden, der hat schon verloren


 


Schleswig-Holstein pur:
Land in Sicht -
Peter Butschkow:
Eine Biographie


Peter Butschkow wurde am 29.8.1944 gegen 15 Uhr umständehalber in Cottbus geboren. Aufgewachsen ist er im Berliner Heimatbezirk Tempelhof zwischen Linden und Mietshäusern. Dort erwarb er sich frühzeitig den Ruf, ein lustiger Kerl zu sein, der ebensolche lustigen Sachen sogar auf Haus-wände malen konnte. In der Schule verdarb er sich mit dieser Begabung die Noten, weil seinen Lehrerkarikaturen auf der Klassentafel die Anerkennung versagt wurde. In der orientierungslosen Zeit der Pubertät antwortete ihm eines Tages eine sensible Mitschülerin auf seine hilflose Frage, was, um Himmelswillen, er denn nur für einen Beruf ausüben könne: "Werd doch Grafiker! Kannst doch gut zeichnen!" Butschkow hatte keine Ahnung was ein Grafiker war, empfand den Tipp aber dankbar als willkommene Orientierungshilfe. Womit wieder mal bewiesen wäre, dass manch erfolgreiche Karriere auf dem Einfühlungsvermögen wachsamer Klassenkameradinnen geboren wurde.

Peter Butschkow

Nach einem mittelmäßigen Schulabschluss begann Butschkow ein Studium auf einer privaten Kunstschule. Sein Vater, von Beruf Steuerberater, hätte sich wohl über einen innerfamiliären Adlatus gefreut, erkannte aber weise, dass er diesen Traum begraben konnte. Auf der Schule stieß Butschkow, eher an ein bodenständiges Milieu gewöhnt, auf künstlerische, intellektuelle Menschentypen, die in der Lage waren, eine nackte Frau stundenlang zu studieren und zu zeichnen, ohne dabei zu zittern. Nach vier nervösen Semestern verließ Butschkow frühzeitig und erschöpft diese Ausbildungsstätte und bewarb sich auf der Staatlichen Akademie für Grafik in Berlin. Deren Verlangen nach einem Prakti-kum entsprach Butschkow mit einer einjährigen Lehre als Schriftsetzer, wo er hauptsächlich für die Kollegen einkaufen musste und auf Anforderung gewaltige Berge Papier in die Buch-binderei zu tragen hatte. In der knapp verbleibenden Zeit erlernte er das historische Hand-werk des Bleisetzers und das Gefühl für Schriften.

...der Vater war nicht so recht überzeugt...
Danach startete Butschkow auf der Akademie für Grafik ein 4-jähriges Studium, wofür sein Vater nur "Ich weiß nicht, ob aus diesem Kerl jemals was Vernünftiges werden wird!" übrig hatte, zumal Butschkow während seiner gesamten Studienzeit an den Wochenenden mit seiner Rock Band „Team Beats Berlin“, in der er als Trommler für die Schläge zuständig war, durch die Heimatstadt und durch „Westdeutschland“ rockte. In seiner Examensarbeit arbei-tete Butschkow mit Cartoons und erntete damit bei den Dozenten und Kommilitonen Spott. Werbung mit Karikaturen war damals noch absolutes Neuland.

Erster Chef war Bubi Scholz
1967 begann Butschkow sein Berufsleben als Grafiker in einer Berliner Werbeagentur. Chef war der in Berlin äußerst beliebte Ex Box Europameister im Mittelgewicht, Gustav ,,Bubi" Scholz, und gestaltete Anzeigen, Plakate und sonstige Werbemittel. 1971 verließ Butschkow nach der dritten Jahresrunde die Agentur und arbeitete fortan freiberuflich. Mehr und mehr missfielen Butschkow die künstlerischen Zwänge in der Werbung und das Leben in der Großstadt. 1979 zog er die Konsequenzen und in einen kleinen, paradiesischen Flecken, weit ab von Berlin, in ein altes Fachwerkhaus im Bergischen Land. Mit diesem Schritt widmete er sich nur noch der Kunst des Zeichnens, in Form von Cartoons und Comics. Er zeichnete für Postkarten, Poster und Kalender und veröffentlichte kleine Comic Strips und Cartoonseiten in diversen Magazinen und Zeitschriften.

1983 verließ er, von Landluft gesättigt und körperlich gesundet, die ländliche Oase und zog mit seiner zukünftigen Lebenspartnerin nach Hamburg. Hier gebar er seine neue Karriere und seine Partnerin zwei Söhne. Mehr und mehr, vor allem mit zwei kleinen Kindern, missfiel ihm wiederum die Großstadt. Er erwarb an der deutschen Nordseeküste ein malerisches Strohdachhaus und zog mit der Familie 1988 dort hin.

Über eine Million verkaufter Bücher
Seither veröffentlichte er über 100 Cartoonbücher mit weit über einer Million verkaufter Exemplare in seinem ,,Hausverlag" LAPPAN, zudem jährlich fünf erfolgreiche Kalender im Münchner Heye-Verlag, diverse Glückwunschkartenserien, erschien über 8 Jahre in Deutschlands größter Fernsehzeitung ,,HörZu" wöchentlich mit einem Comic Strip, zeichnete sporadisch und auch regelmäßig Cartoonseiten für große Magazine und verschiedene Zeitungen. U.a. STERN, TV Movie, TV Pur, TV Hören & Sehen etc., außerdem schrieb und produzierte er ein Filmprojekt für das ZDF-Kinderfernsehen mit dem Titel „Herr Pappen-heimer“.

Butschkow ist ein großer Fan von Tomi Ungerer und dem amerikanischen Karikaturisten McNelly. Obwohl in ihm auch die malerischen Cartoons einheimischer Kollegen, wie Michael Sowa, Rudi Hurzlmeier oder Gerd Haderer in ihrer atmosphärischen Ausstrahlung regel-rechte Verehrung auslösen, ist Butschkow zutiefst ein leidenschaftlicher Strichzeichner und ihm gewogene Betrachter machen ihn stolz, wenn sie angesichts seiner Cartoons bemerken, dass er ja "einen verdammt lockeren und lebendigen Strich hätte". Immer dann genießt Butschkow, dass er nicht Steuerberater geworden ist.



Peter Butschkow hatte auch einmal 60jährigen Geburtstag -
ein rauschendes Fest




Fortsetzung Interview:


Ihre Cartoons treffen den Zahn der Zeit und provozieren auch. Gab es schon mal böse Reaktionen auf Ihre Arbeiten und wenn ja wie gehen Sie damit um?
Kurt Tucholsky hat mal gesagt: „In Deutschland sitzt immer eine Hälfte auf dem Sofa und ist beleidigt.“ Wie trefflich. Viele böse Briefe haben mir die Redaktionen aus Höflichkeit vorenthalten, höchstens nur ein wenig davon angedeutet. Jeder, der sich mit seiner Arbeit in die Öffentlichkeit begibt, muss damit leben, dass er geliebt – oder gehasst wird. Letzteres hört man gar nicht gerne, drum hört man am besten lieber weg. Das betrifft jdoch nicht die konstruktive Kritik.

Wenn Sie an Ihren Ruhestand denken. Wie stellen Sie Ihn sich vor? Könnte das Zeichnen dann weniger werden oder scheint Ihnen dies unmöglich?
Zeichnen, bis der Stift meiner welken Hand entgleitet. So sollte es sein. Oder bis den Leuten mein Strich, mein Humor zum Halse heraus hängt. Das wäre der ungewollte Ruhstand. Diesen Moment zu erkennen und zu akzeptieren, ist sicher ein schlimmes Gefühl. Bis dahin jedoch genieße
ich meine „Arbeit“ und den ersehnten Erfolg. Es war schon ein unheimlich schöner und aufregender Weg bis dahin.




Bücher von Peter Butschkow







Land in Sicht

Von Peter Butschkow

Wo das Land so weit ist, dass das Auge gar nicht hinterher kommt, wo der Himmel so groß ist, dass die Wolken ihn gar nicht voll kriegen, wo der Wind so frisch ist, dass man sich nicht duschen muss, wo zwei Meere so verliebt sind, dass sie ständig ihre Ufer streicheln und wo viele Menschen Tag und Nacht „Moin, Moin!“ sagen – da ist Schleswig-Holstein! Unser nördlichstes Bundesland, zwischen Nord- und Ostsee, quasi der schönste Kopf Deutschlands. Als ich vor Jahren im niederbayerischen Bad Griesbach in einem Sportgeschäft die Verkäuferin fragte, wo denn die Zentrale des Herstellers dieser bekannten Markenhose sei, antwortete sie: „In Norddeutschland.“ „Oh!“, antwortete ich hochinteressiert, „und wo denn da?“! - „In Dortmund.“ Für die Süddeutschen liegt Dortmund also kurz vor Schweden, umgekehrt jedoch denken viele Norddeutsche, Passau liegt auf den Bahamas. Aber dass Mallorca am Ballermann liegt, das wissen alle. Um so wichtiger schien es mir, mit einem regionalen Aufklärungsbuch dieser bundes-deutschen Unwissenheit entgegen zu wirken und dabei gleichzeitig dem Leser einen humorvollen Leckerbissen zu servieren, der dieses Land vermittelt, ja, vielleicht sogar Appetit darauf macht. Schon als kleiner, blasser Berliner Steppke im Schullandheim auf St. Peter Ording verzückten mich die Dünen, dass Meer und die würzige Luft, ich rannte so lange durch den weißen Sand, bis ich mir auf die Zunge trat. Als ich nach fünf Wochen wieder vor Mutters Tür stand, fiel diese fast in Ohnmacht. Ich hatte acht Kilo abge-nommen. Da wurde mir klar, diese Gegend ist gut für die Figur und wird eines Tages mal meine neue Heimat. Und so kam es. Die Befugnis zu diesem hymnischen Werk schuf ich mir folglich aus meinem Alltagsleben in diesem Land, in dem ich seit 1988 in einem stilgerechten Reetdachhaus in einem nordfriesischen Dorf in Küstennähe lebe, dessen standfeste und aufrechte Bewohner ich vom ersten Tag ins Herz geschlossen habe und in ihrer einzigartigen Region in eheähnlicher Partnerschaft erfolgreich zwei wunderbare Söhne großzog. Dass es die beiden nun nach einem Übermaß an Schafen, Ziegen, Kühen und permanent frischer Luft, mitten in die Großstadt zog, ist nur allzu verständlich. Was zu viel ist, ist zu viel. Eben deswegen können die Bilder in diesem Büchlein auch nur Auszüge sein, Muster eines wunderschönen, einmaligen Landes und keine Region oder Stadt sollte gleich beleidigt sein, weil sie angeblich vergessen wurde. Aber der Schles-wig-Holsteiner ist nicht eifersüchtig, er ist viel zu wortkarg, um das zu formulieren. „Soll man so“, sagt der Nordfriese. „Dann viel Vergnügen!“, sage ich. Und kiek mol immer wedder in!


Grafik  HOMEPAGE 
Grafik  Übersicht

Anzeige: